Rechtes Denken, linkes Denken

Wege in der Landschaft. Foto von Cagatay Orhan.
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Wenn man heutzutage jemanden so richtig beleidigen möchte, genügt es schon, ihn als politisch rechts zu bezeichnen. Schon ‘konservativ’ reicht aus. Denn das sagte ich meiner Begleitung nachts auf dem Nachhauseweg in einem Berliner Taxi. Das fand sie gar nicht gut, auch wenn es neutral festgestellt, wenn auch zugegeben nicht mehr ganz nüchtern vorgetragen wurde.

Vorausgegangen war eine lebhafte politische Diskussion auf einer Startup-Party. Veranstaltet wurde die Feier von einem spießigen deutschen Medienhaus, das den Eindruck erwecken wollte, sein Tochterunternehmen sei kein Inkubator für potentielle Millionenunternehmen, sondern ein an Anarchie grenzender Raum. Das Graffito an der Wand versprühte den Charme eines Klassenprojekts des Kunst-Leistungskurses und sollte wohl an die Atmosphäre eines besetzten Hauses erinnern. Meine Begleitung wollte nicht als konservativ durchgehen und offensichtlich verlieh sich hier das Medienunternehmen einen Hauch von Links – für den Swag, versteht sich. Da fand ich das holzvertäfelte Journalistenzimmer mit Marmoraschenbecher auf den Mahagonitischen glaubwürdiger. 

Heutzutage sind Graffiti an der Wand und Marmoraschenbecher auf dem Tisch kein Garant mehr für linkes oder rechtes Denken. Aber: Was ist es dann? Woher weiß ich, dass ich links bin? Woher weiß ich, dass ich rechts bin?

Solche Fragen der Verortung haben beinahe etwas Zartes. Denn die üblichen Stilmittel, mit denen sich viele der Politik nähern, indem sie sich entweder als – passive – Umworbene begreifen oder aber mit pseudoaufgeklärter Ironie über politische Themen diskutieren, führt nicht dazu, dass sie sich als politische Menschen erkennen. Wer finden möchte, der muss ehrlich sein und den Mut haben, die Dinge mit der Naivität der Unvoreingenommenheit zu betrachten. Es geht also darum, über das Korsett der politischen Begriffe hinauszugehen.

Es geht auch darum, eine eigene Definition zu finden. Denn auch wenn die Einteilung nach linker und rechter Gesinnung so häufig als Anker und Aufhänger gewählt wird, verwirrt sie mehr, als dass sie Klarheit schafft. Man kann die Einteilung in rechtes Denken und linkes Denken aber auch als scharfes Werkzeug zur Unterscheidung von politischen Denkrichtungen konzipieren – was ich hier versuchen will. Allerdings auch nur eines von mehreren, denn Liberalität, Humanismus und Ökologie können sowohl rechts als auch links stark ausgeprägt sein.

Was ist linkes Denken, was ist rechtes Denken?

„Links, wo keine Heimat ist“, so definiert es der Schriftsteller Jean Améry, was Sören in seinem Essay Was ist Linksliberalismus? bereits als die Heimatlosigkeit des linken Denkens herausgestellt hat. Heimatlos, weil linkes Denken Gruppenzugehörigkeiten ablehnt und die Gleichberechtigung in den Mittelpunkt stellt. Linke haben ein universalistisches Menschenbild, im Sinne der französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Gesellschaft muss also stets gestaltet werden. In welchem Sinne, gibt die Forderung nach der internationalen Solidarität vor: Soziale Gerechtigkeit und der Aufbruch von Gruppenzugehörigkeiten stehen im Kern linken Denkens. 

Wege in der Landschaft. Foto von Alex Siale.
Wege in der Landschaft. Foto von Alex Siale auf Unsplash. (CC BY-SA 4.0).

Rechtes Denken definiert Gesellschaft in Gruppenzugehörigkeiten, mit der Familie als Nukleus. Es unterliegt einer Moral der Nähe. Rechtes Denken möchte den Menschen so nehmen, wie er ist. Aus diesem Anspruch entspringt eine hohe Akzeptanz für gesellschaftliche Hierarchien und für das Paradox der inneren Gleichheit und äußeren Ungleichheit. Innerhalb der Gruppe, also der Familie, der Ethnie, der Nation, wird eine Solidargemeinschaft gewünscht, während Ungleichheit zwischen den Gruppen als natürlich akzeptiert wird.

Mensch und Gesellschaft sollen also nicht verändert, sondern als solche akzeptiert werden. Rechte billigen Eigennutz sich selbst und anderen gegenüber ihnen selbst zu, grenzen dieses Verhalten jedoch im Innenverhältnis, beispielsweise in der Zugehörigkeit der Familie, der Kultur oder der Nation ab. Für die Gruppe gelten andere Regeln, als sie zwischen Gruppen oder zwischen Fremden gelten. Ein Briefwechsel zwischen dem Münchener Soziologen Armin Nassehi und dem Vordenker der neuen Rechten Götz Kubitschek gibt Einblicke in das akademische Selbstverständnis sowohl der linken als auch der rechten Denkrichtung. 

„Wiewohl ich skeptisch bin, will ich wenigstens in dieser Weise offen sein.

Was sind die Unterschiede? Verengen wir sie auf drei grundsätzliche Wertaussagen:  Die erste ist die Moral der Nähe gegenüber einem universalistischen Weltbild. Für rechtes Denken ist es intuitiv, dass Menschen gemäß ihrem Wesenskern zur Familie und zu Gruppen streben und diese gestalten und bevorteilen möchten. Linkes Denken fußt auf der Einsicht, dass im Grunde jeder Mensch gleich ist und auch so behandelt werden sollte. Zweitens nimmt die Rechte eigennütziges Handeln zwischen Gruppen hin, eine Wertaussage, der auf der Linken die universale Solidarität gegenübersteht: Rechtes Denken sieht den Menschen in der Eigenverantwortung und billigt von Eigeninteresse geleitete Interaktion zwischen Menschen – Rechte tolerieren deshalb solche Interaktionen auch sich selbst gegenüber. Linkes Denken setzt dagegen auf Solidarität und Ausgleich zwischen den sozial Starken und den Benachteiligten. Linke erwarten Solidarität, geben diese und fordern sie aktiv ein. Die dritte Wertaussage betrifft die Gestaltbarkeit von Menschen und Gesellschaft. Rechtes Denken möchte Gesellschaft annehmen und einen Ausgleich schaffen. Linkes Denken dagegen sieht den Menschen und die Gesellschaft als Projekt, das es zu gestalten gilt – mit dem Ziel der egalitären Gesellschaft.

Um es plakativ zu reduzieren: Die Rechte würde sagen, ‘wir nehmen den Menschen so, wie er ist, anstatt ihm seine Freiheit zu nehmen, indem andere über ihn entscheiden’. Die Linke möchte den Menschen ihren Egoismus nicht zugestehen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Der Mensch soll ein grundsätzlich solidarisches Wesen werden, weil mit dem Alten der Kommunismus nicht zu machen ist. Das linke Denken entgegnet, dass Ideale als Richtung gesetzt werden, in dem Wissen, dass wir ständig an ihnen scheitern müssen, sie aber die Richtung vorgeben. Mit Rechten ist gesellschaftlicher Fortschritt nicht zu machen, denn sie verharren in den aktuellen Verhältnissen.

Armin Nassehi steht nicht alleine, wenn er behauptet, rechtes Denken und linkes Denken seien nicht mehr geeignet, eine pluralistische Gesellschaft vollkommen zu beschreiben. Das denke ich auch. Der Begriff entstammt der parlamentarischen Sitzordnung der französischen Julimonarchie von 1830, in der die rechten Plätze dem Adel vorbehalten waren und die linken Plätze den republikanischen Bürgern. Hier sieht man auch, wie sehr sich die Nominaldefinition von rechtem und linken Denken ändert. Trotzdem lohnt es sich, wieder eine trennscharfe Unterscheidung herzustellen.

Wege in der Landschaft. Foto von Paulo Simões Mendes
Wege in der Landschaft. Foto von Paulo Simões Mendes auf Unsplash (CC BY-SA 4.0).

Rechtes und linkes Denken ist nach diesem Modell etwas weit Grundlegenderes als nur die Zuordnung zu einer zeitgenössischen politischen Strömung. Die beiden Kategorien beschreiben grundsätzliche politische Haltungen und sind die wichtigste Achse zur Beschreibung des gesellschaftlichen Grundverständnisses. Gleichzeitig hat rechtes Denken gesellschaftlich an Legitimität verloren. Das verhindert die Differenzierbarkeit von legitimem konservativen Gedankengut und radikal-nationalistischen Ansichten. Natürlich verhindert das nicht, dass Menschen rechts denken. Sie verpacken es nur anders und tragen es beispielsweise in vormals linke Parteien, oder reagieren auf die parteiliche Heimatlosigkeit mit einer unnötigen Übersprungshandlung. Trennscharfe Verortung von politischen Akteuren erlaubt aber auch, Koalitionen zu erkennen und durch das Rauschen der medialen politischen Zuordnung zu schneiden.

Über Heuristiken und kognitive Leichtigkeit

Die Unterscheidung zwischen rechtem Denken und linkem Denken ist eine wichtige Möglichkeit der politischen Verortung. Darüber hinaus könnte es sein, dass rechtes Denken und linkes Denken viel mehr sind, dass sie nämlich grundsätzliche Denkkategorien des Menschen reflektieren. 

Für solche Aussagen sollte man sich besser schlagkräftige Unterstützung zum theoretischen Schlagabtausch mitbringen. Meine Unterstützung ist der Psychologe Daniel Kahneman, dessen Forschung mit seinem Forscherzwilling Amos Tversky nicht nur zum Nobelpreis führte, sondern zu grundlegenden Erkenntnissen der Entscheidungsfindung, die er gnädigerweise dem Rest von uns in seinem populären Buch Schnelles Denken, langsames Denken zugänglich machte.

Darin argumentiert er, dass unser Denken zwei Modi kennt – das intuitive Denken für die Bewältigung des Alltags und zur automatisierten Problembewältigung. Dieses Denken ist das schnelle Denken, weil es uns durch Heuristik ermöglicht, zu pragmatischen Lösungen zu kommen, also unvollständiges Wissen durch Schlussfolgerungen zu ergänzen und auf bekannte Muster zur Beschreibung der Realität zurückzugreifen. Schnelles Denken ist emotional, sieht, was da ist (WYSIATI – What you see is all there is) und ergänzt den Rest.

Das langsame Denken dagegen ist anstrengend. Dafür ermöglicht es jedoch abstrakt, logisch, bewusst und berechnend zu denken. Langsames Denken ist nicht sehr intuitiv und ermüdet schnell.

Kahneman hält fest, dass beide Denkmodi für verschiedene Aufgaben genutzt werden. Für die schnelle Entscheidungsfindung und den Alltag ist das schnelle Denken dem langsamen überlegen – man kann an die Entscheidung denken, über eine grüne Ampel zu gehen, oder in Gefahrensituationen zur Seite zu hechten. Bei komplexen Sachverhalten siegt jedoch das langsame Denken, da es fehlerhafte Schlussfolgerungen verhindert und über intuitive, emotional erfassbare Lösungspfade hinausgeht. 

Rechtes Denken, so wie hier definiert, ähnelt schnellem Denken. Den Fokus auf die Intuition und das Hinnehmen der menschlichen Eigenschaften (WYSIATI) kennen beide. Der Hinweis auf die Gruppenzugehörigkeit in Krisensituationen (höchst intuitive Entscheidungsfindung) ist der Verweis auf schnelles Denken. Das schnelle System ist sinnstiftend, weil es widersprüchliche oder unvollständige Informationen passend ergänzt.

Wege in der Landschaft. Foto von Cagatay Orhan.
Wege in der Landschaft. Foto von Cagatay Orhan auf Unsplash (CC BY-SA 4.0).

Linkes Denken, wie hier definiert, ähnelt langsamem Denken. Der Fokus liegt auf der logischen Konstruktion der Umwelt und der Abkoppelung von intuitiven Zusammenhängen. Ziel des langsamen Denkens ist die Vermeidung von Heuristiken, ganz ähnlich wie Ziel linken Denkens ist, intuitive Gruppenzugehörigkeiten zu vermeiden. Linkes Denken ist abstrakt, also das, was langsames Denken erschließen möchte.

Kahneman sagt aber auch: Jeder von uns denkt schnell – und langsam. Dabei ist der normale Betriebsmodus das schnelle Denken, während das langsame Denken für neue, komplexe Probleme mit unvollständigen Informationen gebraucht wird. Übersetzt impliziert das: Auch linkes Denken ist nicht gefeit vor intuitiven Gruppenzugehörigkeiten, auch wenn diese sich anders definieren. Auch linkes Denken benötigt kognitive Leichtigkeit und damit Heuristiken, derer es sich im Alltag bedienen kann. Zusätzlich hat zwar linkes Denken die Möglichkeit, unter Abstraktion zu einem logischen Ergebnis zu kommen. Ist das System aber vom rationalen Verhalten seiner Spieler abhängig, kann das auch anders kommen. Zum Beispiel dann, wenn rechtes Denken durch kognitive Heuristiken den Idealzustand vermeidet. Also wenn beispielsweise in einer Massenpanik die vermeintlich persönlich beste Handlung sich nicht nur fatal auf die Gruppe auswirkt, sondern auch auf das Individuum. Auf der anderen Seite ist rechtes Denken eine Risikoversicherung, denn komplexe Veränderung kann nur langsam gegen den Widerstand dieser Gruppe herbeigeführt werden. Das verhindert das Risiko einer rapiden Fehlentwicklung und stabilisiert das System. Rechtes Denken und linkes Denken wird gleichermaßen benötigt und funktioniert im Zusammenspiel. 

Was bedeutet rechtes Denken und linkes Denken heute?

Um auf das anfängliche Beispiel der beleidigten, als konservativ titulierten Begleitung zurückzukommen: Ist es dann nicht schlecht, wenn keiner mehr rechts genannt werden möchte? Um direkt die Antwort zu spoilern: Ja! Es ist schlecht, wenn keiner mehr rechts genannt werden möchte, wenn er rechts denkt. Es ist deshalb schlecht, weil dann nicht mehr unterschieden werden kann zwischen mittig-rechtslehnend, stramm konservativ, hart-an-der-Grenze und offen verfassungsfeindlich. Es ist schlecht, weil die Verpackung nicht mehr auf den Inhalt schließen lässt. Denn wenn keiner mehr rechts sein möchte, wie nennen sich dann die Rechten? ‘Alternativ’ zum Beispiel – so wurden bis vor einigen Jahren aber die Linken genannt. Politisch gesehen ist das, als wenn man wilder Jungunternehmer werden möchte und dann herausfindet, dass man in einem als besetztes Haus verkleideten Medienkonzern arbeitet.

‘Kein Recht auf Nazipropaganda’, rufen die Linken. Das stimmt ja und deswegen gibt es den Verfassungsschutz. Ob der auch in Sachsen seiner Arbeit angemessen nachgeht, ist eine andere Frage. Unfraglich ist dagegen, dass auch rechtes Denken legitim ist und keinesfalls direkt in verfassungsfeindlichem Unfug endet. Rechts denken kann für die Linke auch bedeuten, die andere Hälfte zu verstehen. Wir brauchen coole gemäßigte Rechte, um die Deutungshoheit zurückzuerlangen, was Rechtssein wirklich bedeutet.

Wir brauchen auch ein scharfes Verständnis von rechtem Denken und linkem Denken, um unterscheiden zu können, was wirklich links ist und was wirklich rechts. Die Dimension des humanistischen Denkens, der Besorgnis um die Ökologie, die Ausprägung der Liberalität sind dabei frei kombinierbar und nicht Teil dieser Beschreibungsachse.

So stehen die humanistisch-christlichen Werte der Kirchenkreise nicht zwangsläufig für rechtes Denken. Es nicht abwegig, die christliche Gruppenzugehörigkeit als ersten Internationalismus zu werten und für eine solidarische Gesellschaft einzustehen. Nicht ohne Grund distanziert sich der Kirchentag so strikt von der Politik der AfD. Kirche muss nicht konservativ sein, der Glaube kann auch als strikte universalistische Botschaft interpretiert werden.

Wege in der Landschaft. Foto von Georg Nietsch.
Wege in der Landschaft. Foto von Georg Nietsch auf Unsplash. (CC BY-SA 4.0)

Ähnliches gilt für eine liberale Haltung, die durch den Neoliberalismus von Margaret Thatcher und Ronald Reagan in der öffentlichen Wahrnehmung untrennbar mit einer konservativen Haltung verbunden zu sein scheint. Aber ein Liberalismus nach Rawls propagiert auch Chancengleichheit für Individuen. Gleichzeitig propagierte Keynes die soziale Marktwirtschaft mit einer Umverteilung zur Sicherung der individuellen Unabhängigkeit.

Andererseits stehen die Grünen, denen selbst ein Rudi Dutschke zur Gründung beigetreten ist, vor einer tiefgreifenden Veränderung: Während ökologische Bestrebungen und liberale sozial-gesellschaftliche Auffassungen weiter die Partei dominieren, ist das Bestreben nach sozialem Ausgleich vergleichsweise leise. Man könnte meinen, die neuen Gruppenzugehörigkeiten werden eingefroren. Die Koalition der Grünen mit einer rechts denkenden Partei, nämlich der baden-württembergischen CDU, weist auf eine Entwicklung hin, die einen Rechtsruck nahelegt.

Drei Thesen

Die Unterscheidung von rechtem Denken und linkem Denken und die Bildung eines gesellschaftlichen Konsenses auf Basis der Verständigung darüber ist der Kern der politischen Bühne. Das Absprechen dieses Bewertungsparameters mit Verweis auf die Pluralisierung der Gesellschaft tut dieser keinen Gefallen. Es geht immer noch um die Kernfrage: Wie viel gesellschaftlichen Aufbruch wollen wir wagen und wo wollen wir diesen Aufbruch wagen?

Auf Basis dieser Definition von rechtem und linkem Denken sehe ich drei grundlegende Punkte in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte:

Der Erste ist, dass es endlich wieder nicht nur legitim, sondern positiv gesellschaftsfähig sein muss, gemäßigtes rechtes Denken zu vertreten. Das Resultat einer gesellschaftlichen Abwertung rechten Denkens ist im besten Fall die Apolitisierung der Gesellschaft, mit teilweiser Übersprungshandlung zu radikaleren Positionen. Der Aufstieg der AfD ist auch ein Versagen der Rechten. Die Rechte benötigt gemäßigt-konservative populäre Politiker wie Dorothee Bär und Jens Spahn, die als Affiliierungsperson eine Selbstwertschätzung von jungen Konservativen verkörpern. Erst dann sind sie wieder fähig zur politischen Auseinandersetzung.

Der Zweite ist, dass die Vertreter linken Denkens wieder zwischen Freund und Feind unterscheiden lernen müssen. Der Feind, liebe Linke, steht rechts. Der Opponent in der politischen Auseinandersetzung steht für Nationalismus, Diskriminierung und (auch ökonomische) Ausgrenzung.

Das Dritte ist, dass trotz parteipolitischer Unterschiede das größte Gefälle zwischen linkem und rechten Denken in der Generationenzugehörigikeit begründet ist. Setzt man einen jungen CSU’ler mit einer jungen Linken zusammen, werden sie in der Summe des politischen Abstands weniger auseinanderklaffen als die jeweils alten Kader im Vergleich mit ihrem vermeintlichen Nachwuchs. Linkes und rechtes Denken ist auch immer abhängig vom gesellschaftlichen Wertekanon. Und hier ist plötzlich ein junger Konservativer der Linke unter den Rechten.

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